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Die Not auf's Herz nehmen
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20 Jahre Tschernobyl-Nothilfegruppe
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Unsere Erinnerungs- und Klageliturgie "25 Jahre Tschernobyl - 26. April 2011" fand am Karfreitag, dem 22. April des vergangenen
Jahres statt. Der Zeitpunkt der liturgischen Feier war mit Bedacht gewählt. Wir gedachten des Leidens und Sterbens Jesu am
Kreuz. Und wir dachten an die Opfer von Tschernobyl sowie an die Millionen Menschen in Japan, die durch die Atomkatastrophe
von Fukushima bedroht sind und in ängsten leben. Jörg Zink ("Kostbare Erde", Kreuz Verlag 1981) hat einmal das Merkmal von
Christen beschrieben: "&hellipdass sie unter dem Kreuz anzutreffen sind und nicht auf den Straßen kurzatmigen Erfolgs, dass
sie die Nöte und Schmerzen der Welt aufs Herz nehmen und dass sie sich alle Auswege, Ausflüchte, Verdrängungen und alle Formen
der Vergesslichkeit verbieten. Den Karfreitag begehen heißt das Leben in den Tod begleiten und dabei die Erfahrung des Lebens
machen, aus der Erfahrung des Lebens aber neue Maßstäbe gewinnen für eine dem Tod verfallene Menschheit. Den Karfreitag begehen
heißt vor allem auch, der massiven und allgemeinen Verdrängung des Todes, auf die unsere ganze Lebensweise festgelegt ist,
widerstehen. Wer den Tod verdrängt, muss das Leben ausbeuten. Die Verdrängung des Todes macht den Tod tödlich."
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Treffend ist hier der "Kern" beschrieben, der uns bewegt, seit nunmehr zwanzig Jahren den "Kindern von Tschernobyl" beizustehen.
Ganz gewiss geht es auch darum, die Nöte aufs Herz zu nehmen, sich die Verdrängungen und die Vergesslichkeit zu verbieten,
die eigene Lebensweise zu hinterfragen und Widerstand zu leisten.
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Vieles ist geschrieben und gesagt worden zu "Tschernobyl" und "Fukushima" im vergangenen Jahr. Die Vergleiche und Analogien
waren bedrückend. Und das Eingeständnis: Wir kannten die Folgen der "friedlichen" Nutzung der Kernenergie bereits schon seit
dem 26. April 1986 (und mit Blick auf Harrisburg usw. schon davor)! Die jetzt in Deutschland angesagten Veränderungen müssen
angegangen werden und können - hoffentlich - zu einem "weltweiten" Umdenkprozess beitragen&hellip
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Mit Blick auf die Opfer von "Tschernobyl" wird allerdings die eigene Verantwortung noch einmal deutlich. Johann Baptist Metz
schreibt in seinem Buch "Mystik der offenen Augen" (Herder, 2011) über die Begegnung mit den leidenden Anderen: "Die offenen,
wachen Augen sind es, die in uns den Aufstand gegen die Sinnlosigkeit unschuldigen und ungerechten Leidens anzetteln; sie
sind es, die in uns den Hunger und Durst nach Gerechtigkeit wecken, nach der großen Gerechtigkeit für alle, und die es uns
verwehren, uns ausschließlich innerhalb der verkleinerten Bedürfniswelt einzurichten."
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Zwanzig Jahre sind eine lange Zeit: Im August führen wir die 20. Erholungsmaßnahme (seit 1993) für die Kinder von Tschernobyl
durch. Außerdem findet dann das 14. Jugendprojekt (seit 1999) statt. Rd. 1.500 Kinder und Jugendliche aus Belarus, einschl.
der Betreuer(innen), waren zu Gast. Sie konnten sich erholen, neue Kräfte und Impulse sammeln.
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Mehrere große Hilfstransporte sowie die regelmäßigen Lebensmittelpaketaktionen in den letzten Jahren wurden durchgeführt.
Kontinuierlich haben wir mit unseren belarussischen Partnern, insbesondere der Stiftung "Den Kindern von Tschernobyl", zusammengearbeitet.
Brücken der Begegnung und Hilfe sind entstanden. Außerordentlich schwierige Situationen und Bedrängnisse wurden überwunden.
Neue Herausforderungen sind da &hellip
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Zwanzig Jahre sind Ansporn, mit "langem Atem" weiter für die Kinder von Tschernobyl da zu sein! Herzlich danken wir allen,
die in all den Jahren die "Not auf`s Herz genommen" haben.
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Kontakt:
Caritasverband Rhein-Wied-Sieg e.V. - Tschernobyl-Nothilfegruppe - Wagnerstraße 1, 57518 Betzdorf Telefon: 02741/9760-0
Unser Spendenkonto: "Tschernobyl" Sparkasse Betzdorf, Konto-Nr. 6002364, BLZ 573 510 30
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