Caritasverband Rhein-Wied-Sieg e.V. - Geschäftsstelle Betzdorf - Der Einbruch

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Der Einbruch

Es war schon spät als mich der Notruf erreichte. Eine von mir betreute Klientin war in absoluter Verzweiflung, da ihr alkoholkranker Lebensgefährte einen Zusammenbruch hatte und sich weigerte, in ein Krankenhaus zu gehen. Also hieß es Stiefel und Jacke an ...
Dort angekommen konnte ich mit viel Überredungskunst endlich den Krankenwagen rufen und als dieser endlich kam und der Patient halb ohnmächtig auf der Bahre lag, fragte ich ihn noch halb im weggehen, wo um Gottes Namen er sich denn so unendlich betrunken habe.
Welch ein Schock... er war bei einem anderen Klienten mit Alkoholsucht, der auf Grund von akutem Nieren und Leberversagen bereits vor einigen Monaten dem Gevatter Tod noch einmal gerade so von der Schippe gesprungen ist. Selten so schnell war ich den Berg hinunter zu dessen Wohnung gelaufen und vor meinem geistigen Auge spielten sich Horrorszenarien ab und ich war mir fast sicher, nicht mehr viel Leben vorzufinden. Ich klingelte und klopfte, keiner machte mir auf. Durch den etwas hochgezogen Rolladen sah ich Licht und hörte laute Musik und konnte ihn, da die Wohnung ebenerdig lag, auch im Bett liegen sehen. Das Fenster war nur angelehnt und so kletterte ich -es sei zu erwähnen das es sich um die Hauptstraße handelte- durch das Fenster, eine Hand am Sims, mit der anderen den Rolladen hochdrückend, im kurzen Rock mit hohen Schuhen, Kopf voran, den Hintern hinterherziehend, im freien Fall aufs Sofa rutschend in die Wohnung. Ich lief zum Bett und rief seinen Namen, schüttelte an ihm und ... er machte die Augen auf und sagte "Sabine? Hab ich ´ne Erscheinung?" Stocknüchtern und total überrascht, dass ich nachts neben seinem Bett auftauchte! Ich war so sauer, das es ihm gut ging, nach all dem, was ich durchgemacht hatte ... und auch so wahnsinnig erleichtert!
Nach einer kurzen Aufklärung, warum ich Ihm "erschien", erzähle er mir, das der oben erwähnte zwar da war und auch anfing, bei ihm zu trinken, das er selbst allerdings einschlief und wie er dann erwachte, war der andere bereits weg und der Wodka leer. Das gab dem Sprichwort &bdquoWer schläft, sündigt nicht&ldquo einen neuen Gehalt in meinem Leben.


... aber manchmal ist es das Leben


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