Fördermittel für Kurmaßnahmen in Rheinland-Pfalz gestrichen
Dies sind Mittel, die seit Jahren betroffenen Familien zugute kamen. Im Jahr 2013 konnten die Beratungsstellen der Caritas im rheinland-pfälzischen Teil der Diözese Trier rund 37 800 Euro an Familien mit Kindern weitergeben.
Kürzung trifft belastete Familien
"Der Wegfall dieser Fördergelder trifft einmal mehr Familien, die ohnehin schon stark belastet sind. Die finanziellen Spielräume vieler Mütter mit Kindern sind extrem eng. Zusätzliche Ausgaben für die Kur werden so zu einer hohen Hürde. Eine Mutter-Kind-Kur darf aber nicht daran scheitern", sagt Diözesan-Caritasdirektorin Dr. Birgit Kugel.
Aufgrund des engen Haushaltsbudgets benötigen viele Familien Unterstützung, zum Beispiel als Zuschuss für die Fahrtkosten zum Kurort oder als kleines Taschengeld, um mit ihren Kindern an Aktivitäten während der Kur teilnehmen zu können. Auch die Anschaffung von Sport- oder Badekleidung für medizinisch-therapeutische Anwendungen ist oft ein Problem.
Kuren wichtig für gesundheit von eltern und kindern
Die Teilnahme an einer Mütter-Kind-Kur ist ein wichtiger Beitrag, um stark belastete Mütter zu stabilisieren und ihnen eine Perspektive zu geben. "In unsere Beratungsstellen kommen Mütter in Notlagen, die erschöpft oder chronisch krank sind oder psychische Probleme haben", berichtet Christiane Düro-Theis, Referentin für Familienunterstützende Angebote im Diözesan-Caritasverband Trier. Der Gesundheitszustand vieler Mütter ist nach einer Statistik des Müttergenesungswerk (MGW) besorgniserregend: 44.000 Mütter ließen sich 2012 deutschlandweit in Mütter- oder Mutter-Kind-Kurmaßnahmen behandeln. 82 Prozent von ihnen sind von tiefer Erschöpfung bis zum Burn Out und anderen psychischen Störungen betroffen. Wie wichtig eine Kur auch für die Gesundheit der Kinder ist, belegt ebenfalls die Statistik: Mittlerweile brauchen 75 Prozent der Kinder, die mit ihren Müttern zur Kur fahren, therapeutische Behandlung. Dabei sind Erkrankungen der Atemwege und psychische Störungen die häufigsten Probleme.
auch nachsorge betroffen
Gefährdet sind durch den Wegfall der Landesförderung auch die Nachsorgeangebote, die die Kurberatungsstellen der Caritas im Anschluss an eine Kur anbieten. Sie sind ein wichtiges Element der Gesundheitsprävention, denn dort werden belastete Mütter dazu befähigt, das in der Kur Erlernte in ihren Alltag transportieren.
Im Bistum Trier gibt es 15 Caritas-Kurberatungsstellen, davon 12 in Rheinland-Pfalz.
Beim Caritasverband in Betzdorf unterstützt der Fachdienst "Kur und Erholung" Ratsuchende dabei, die entsprechenden Anträge zu stellen und ist auch bei der Einlegung von Widersprüchen nach Ablehnung durch die Krankenkassen behilflich. ·
2013 wurden in den Beratungsstellen der Caritas im rheinland-pfälzischen Teil der Diözese Trier rund 397 Mütter-Kind-Kuren und 29 Mütterkuren vermittelt. Davon profitierten insgesamt 656 Kinder. ·
Infos zu Kuren: http://www.caritas-trier.de/68714.html und auf www.muettergenesungswerk.de